Karate Dojo Kitai Dieblich e.V.

Reisetagebuch2000

 

Tagebuch einer Japanreise 2000

 

Vorwort von Andreas Sartorius

Ich freue mich hier das Tagebuch der diesjährigen Japan-Reise vorlegen zu können. Diesmal konnte ich das Schreiben des Tagesbuches getrost in andere Hände geben. Und ich bin ganz begeistert von dem was dabei herausgekommen ist. Meine Version wäre sicherlich nicht so gut geworden. Vielen Dank Peter !!!

Reisebericht von Peter Sartorius

27.09.00

8:00 Uhr Von den Kindern meines Bruders geweckt worden,ich war begeistert.

15:15 Uhr bei Dag angekommen; noch eine Tasse Tee getrunken.

16:45 Uhr FFM Flughafen ( und kein 3 Wetter-Taft); dort noch einmal ein Steakhaus besucht und ein schönes gutes großes Steak gegessen.

19:00 Uhr Am Flughafen FFM vor dem Einchecken Zuhause angerufen

19:30 Uhr Einchecken

20:35 Uhr ab ins Flugzeug ( Boing 747-400)

21:00 Uhr Jetzt gibt es kein zurück mehr; Abflug von FFM nach Tokyo Auf dem Flug nach Tokyo gab es zuerst einen kleinen Snack; dann zwei warme Mahlzeiten ( einmal Schweinefleisch mit Reis und einmal Nudeln mit Fleischfüllung). Während dem Flug konnte man sich Filme ansehen oder Musik hören. Glücklicherweise saßen wir vor einem Notausgang, wodurch wir jede Menge Beinfreiheit hatten. Dag hatte sich sogar einmal auf den Boden gelegt um zu schlafen.

28.09.00

15:00 Uhr Landung in Tokyo beim Zoll gab es keine Probleme

17:00 Uhr Empfang am Flughafen durch Frau Kyoco Ishhiara und Sohn Testuya. Wir wurden mit zwei Autos nach Tokyo gebracht. Zuerst fuhren wir Nach Asakusa einer Tempelanlage mit jeder Menge Einkaufsläden. Dann ging es ca. 2 Stunden durch Tokyo zum Wohnort der Familie Ishhiara. Ganz ungewohnt ist der Linksverkehr und der Fahrstiel in Japan. Ganz besonders zu erwähnen sind die Zweiradfahrer. Die Überholen Rechts oder Links, und das nicht gerade in einem angemessenem Tempo.

19:50 Uhr Ankunft bei Familie Ishhara Herzliche Begrüßung von Herrn Ishhara. Nachdem wir auf unsere Zimmer gebracht worden sind und wir unser Gepäck abgestellt hatten machten wir uns erst einmal frisch. Danach gab es ein super Abendessen. Sushi (Lachs, Tunfisch und Forelle), Misu-Suppe, einen kleinen Fleischeintopf, Schinkenröllchen mit Eier und Brokolie und natürlich viel Sake, Bier und Tee.

29.09.00

05:30 Uhr Aufstehen, waschen, anziehen und Frühstücken.

07:30 Uhr Tagesausflug zum Hakonepark mit der Bahn (Stadtzug, Regionalzug, Bergbahn, Seilbahn und Schiffahrt). Das ganze kostete uns 7340 Yen pro Person, als umgerechnet ungefähr 147 DM. Der Andrang in den Bahnstationen, besonders die der Stadtbahn, ist nicht zu vergleichen mit U-Bahn oder S-Bahn in München. An den Bahnsteigen gibt es Markierungen am Boden wo sich die Fahrgäste hintereinander auftellen und auf den Zug warten. Der ankommende Zug hält genau so an, das die Einstiegstüren an den Markierungspunkten sind. Zu den Stoßzeiten sind auch Bahnbedienstete an den Stationen die für das Ein- und Aussteigen "unterstützen" und koordinieren. Das soll heißen, das die netten Herrn in ihren schicken blauen Uniformen und weißen Handschuhen darauf achten, daß sie die aussteigenden Personen in eine bestimmte Richtung weisen und dann den einsteigenden Personen helfen ( durch schieben und drücken) in den Zug zu kommen. Nun konnte ich die Aussage "In einer Sardinenbüchse ist es bequemer" voll und ganz verstehen und sogar nachempfinden (wobei das Öl natürlich gefehlt hatte). Selbst wenn es jemandem gelungen wäre einfach einmal hoch zu hüpfen, könnte es der Person nicht mehr gelingen den Boden zu erreichen, da die anderen Mitreisenden sofort nachgerückt wären. Also hier hätte die Schwerkraft einfach verloren, null nada aus, keine Chance ( Und ich weiß wie sie das ärgern würde). Ach ja, bevor ich es vergesse, die Japaner nutzen jede Möglichkeit aus um zu schlafen (zumindest in den Zügen und U-Bahnen ) Dies hängt eventuell damit zusammen, daß die sie teilweise lange Wegstrecken zur Arbeit haben oder aber auch daran das sie den Tag (bei uns hat er 24 Stunden, für die Japaner könnte er länger sein) voll ausschöpfen müssen. Da sie sehr lange arbeiten und wie ich auch feststellen konnte sehr gerne Essen gehen, bleibt normalerweise nicht mehr viel Zeit für die Freizeit. Aber sie nehmen sich die Zeit. Deswegen , so glaube ich jedenfalls, holen die Japaner ihren Schlaf bei der Zugfahrt nach. Manche schlafen sogar im stehen, was ja hier recht einfach ist. So, bevor ich hier noch mehr abschweife zurück zum Thema Hakonepark. Der Hauptgrund warum wir hier raus gefahren waren ,war eigentlich der Berg Fuji Jama, oder wie ihn die Japaner nennen "Fuji San". Leider haben wir ihn nicht gesehen da es bewölkt war. Was uns davon natürlich nicht abhielt, der Ausflug trotzdem zu genießen. Als wir z.B. mit der Seilbahn fuhren konnten wir auch eine Schwefelmine sehen ( und riechen). Bei der Seilbahnhaltestelle am Hafen hatten wir auch ein kleines Erlebnis das ich hier schildern muß, da es so etwas bei uns in Deutschland nicht gibt. Wir waren auf dem Weg zum Souvenirladen als wir einer japanischen Familie begegneten die in ein Restaurant im 1. Stock wollten. Ein Mitglied der Familie saß in einem Rollstuhl, womit Sie Probleme hatten um nach oben zu kommen. Dag und Andreas hatten dies gesehen und sich entschlossen zu helfen. Sie trugen den Rollstuhlfahrer die Treppe hinauf zum Restaurant. Und nun kommt's, nicht nur die übrigen Familienmitglieder sonder auch zwei Bedienstete des Restaurants bedankten sie überschwenglich und mit vielen Verbeugungen.

Apropos Verbeugungen, nun muß ich doch wieder etwas abschweifen, also Höflichkeit und Rücksichtnahme scheint bei den Japanern eine Tugend zu sein die sie schon von klein auf beherrschen. Es ist egal wohin man kommt, ob es nun eine Gastfamilie ist, wie in unserem Fall oder beim betreten eines Restaurant oder in einem Kaufhaus, ja sogar an der Tankstelle ( ah, ja, zu diesem Punkt muß ich später auch noch näher eingehen) wird man mit einer Verbeugung und einem freundlichen Lächeln begrüßt. Dies ist uns ganz besonders in Deutschland aufgefallen, als mein Bruder mich zum Bahnhof bracht und er an einem Kiosk zwei Kaffee kaufte. Die Verkäuferin schaute griesgrämig aus und wahr auch total unhöflich. Es sah so aus als dachte sie wieso meinem Bruder zwei Kaffee kaufen kann, bei ihr und auch noch mit Milch und Zucker.

Ok, ok genug abgeschweift ( es wird nicht das letzte mal gewesen sein), nun geht's weiter. Nach dem Besuch des Souvenirladens gingen wir runter zum Steg und machten mit dem Schiff eine Rundfahrt. Das Schiff sah aus wie ein altes Piratenschiff und auf dem Oberdeck hatten sie eine Piratenfigur stehen, so richtig mit großem Hut und Augenklappe und Bart. Die Rundfahrt wahr ganz nett, jedoch etwas windig. Danach ging es wieder mit der Seilbahn zur Bergbahn. Hier hatten wir eine kleine Pause gemacht und etwas gegessen. Sobald man am Tisch sitzt, wobei ich feststellen mußte das die Tische und Stühle etwas kleiner sind als bei uns, bekommt man ein Glas Wasser. Das Essen war sehr Lecker und nicht mal teuer. Nach der kleinen Pause haben wir uns wieder auf den Weg nach hause gemacht. Dort angekommen haben wir für die Gastfamilie gekocht. Es gab Sauerkraut, Kartoffelpüree und Bratwust.

Danach haben wir den Tagesablauf des nächsten Tages geplant.

Susi, Sven und Dag hatten leichte Kreislaufprobleme, entweder lag es an der Zeit- oder Klimaumstellung.

30.09.00

08:30 Uhr Aufstehen

09:00 Uhr Frühstück; es gab Reis mit Ei und Gemüse und eine Suppe Mit der Bahn und U-Bahn in die City gefahren. Also die U-Bahnstationen sind gigantisch, kein Vergleich mit unseren in München. Hier gibt es jede menge Geschäfte. Wer schon einmal in München war und die U-Bahnstation am Stachus kennt mit ihren Einkaufsläden, der kann dies leicht mit dem Faktor 3 -5 multiplizieren. Wobei man hier einen Punkt besonders herausheben muß; die Sauberkeit. Selbst als wir aus der U-Bahn herauskamen, es war eine Station in der nähe des Kaiserpalastes. Hier gab es große Parkanlage die teilweise frei zugänglich waren und manche nicht. Nirgends lagen Dosen, Zeitungen oder Zigarettenkippen herum. Gut, eine Zigarettenkippe haben wir dann doch gefunden. Davon haben wir sofort ein Foto gemacht. Aber auch in den Parkanlagen war alles sauber. Man hat noch nicht mal Blätter auf dem Rasen gesehen die von den Bäumen herunter fallen müßten. Entweder gehen hier Nachts Unmengen von Leuten rum und sammeln alle Blätter auf oder ... ach, was weis ich denn. Vielleicht ist es ja so: Also, da ist so ein Blatt an einem Baum und es denkt nun, so jetzt hab ich hier genug rumgehangen, jetzt laß ich mich einfach mal da runter auf den Rasen fallen. ( Noch was zum Rasen, der war wirklich toll. Sehr dicht gewachsen, schön kurz geschnitten und überhaupt kein Unkraut oder irgendwelche Blumen darauf. Ein super Rasen, hätte sich prima zum Golf spielen geeignet. Also, ich kann so ein Blatt ja in dem Fall voll und ganz verstehen, auf so einem Rasen würde ich mich auch gerne hinlegen.) Das Blatt versucht sich nun vom Ast zu lösen. Kann es ja aber nicht alleine es braucht ja den Wind dazu, deswegen zappelt es so bei jedem Windstoß der da kommt ein bißchen rum, bis so ein kräftiger Windstoß kommt um es vom Ast zu lösen. Ich fliege, ich fliege, jubelt das Blatt, ach könnt ich nur ewig so weiter fliegen, es ist wunderschön. Und siehe da, der Wunsch des Blatts wird erfüllt. Der Wind nimmt es und trägt es hoch in die Luft und das Blatt verschwindet auf nimmer wiedersehen. Eine schöne Geschichte, oder? Stimmt natürlich nicht, denn so ein Blatt muß ja mal wieder runter kommen. Und ich weis auch wo, und zwar bei mir oder bei Dag im Garten. Denn kaum hab ich bei mir im Garten das Laub zusammen gekehrt und weg gebracht, schon liegt am nächsten Tag der Garten mit neuem Laub wieder voll. Denn so viele Blätter können gar nicht auf meinen Bäumen sein wie ich immer zusammen kehren muß.

Oder aber die Japaner sind uns technisch gesehen Lichtjahre voraus. Als das Blatt fällt nun vom Baum, segelt so ein bißchen durch die Luft und in dem Moment wo es auf den Rasen aufschlägt, also wenn es sich gerade mit seiner Rückseite, kann natürlich auch die Vorderseite sein (das kennt man ja auch vom Menschen, manche liegen gerne auf dem Bauch), an den Rasen ankuschelt, da wird es einfach weggebeamt. Dies könnte sogar auch ein Grund dafür sein, daß man den Rasen nicht betreten darf. Ja hatte ich das noch nicht erwähnt, stimmt aber. Rasen betreten verboten, steht da immer.

Das ist genauso verboten wie braune oder weiße Taschen b.z.w. Koffer im Flugzeug mitzunehmen, aber das ist eine andere Geschichte. Wenn nun jemand auf den Rasen ginge, nur mal so hypothetisch, darf er ja in Wirklichkeit nicht da es ja verboten ist, könnte er natürlich auch wie das Blatt auf den Gedanken kommen sich hinzulegen. Wenn dieser jemand sich nun hinlegen würde und sich auch wie das Blatt so richtig an den Rasen kuschelt (Ich muß nochmals darauf hinweisen das der Rasen wirklich toll war, ich hätte mich an den Rasen gekuschelt, hab ich aber nicht, es war ja verboten, also nicht das kuscheln, obwohl das natürlich auch, ich meine das betreten.) würde er einfach weggebeamt werden. Darum finde ich es auch gut, daß das betreten des Rasen verboten ist. Ich wüßte wirklich nicht, was ich mit all den Japanern in meinem Garten machen sollte, ich hab schon genug mit meinem Laub zu tun.

Wieder einmal bin ich abgeschweift, wenn mir das noch öfter passiert werde ich vor Weinachten nicht fertig. Also das ganze etwas kürzer.

11:00 Uhr Tokyo Kaiserpalast Danach bummeln durch die City; in einem Restaurant gegessen ( Schnitzel mit Reis und eine Eiersuppe, die Getränke waren frei bis auf das Bier). Nach dem Essen waren wir Postkarten kaufen. Der Laden war relativ klein, aber an der Theke wo man zahlen konnte, waren 6 Personen um zu kassieren.

Hier in Tokyo habe ich mir auch noch ein Objektiv für meine Kamera gekauft. Dag wollte noch eine bestimmte CD kaufen, aber wir haben sie leider nicht bekommen.

Auch hier in der City war alles unglaublich sauber. Vielleicht deshalb, weil es sehr wenige Abfalleimer gibt. Man muß schon sehr lange suchen bis man so ein Ding findet. Ich glaube auf einen Abfallbehälter kommen 10 000 Japaner. Entweder die Japaner haben nichts zum wegwerfen oder sie nehmen alles mit nach Hause. Man sieht hier auch kaum Plakate an den Wänden kleben. Dafür gibt es hier jede menge rissiger Anzeigetafeln oder Monitore mit Werbung.

Der Besuch des Tokyo Tower entfällt leider wegen starkem Regen und weil wir noch zu Universität von Tokyo müssen. Deswegen machen wir uns nun auf den Weg zur Uni.

17:45 Uhr Ankunft Uni Tokyo

18:15 Uhr Beginn mit Training; Stielrichtung Wado Rio

Der Hauptgrund unserer Reise war natürlich die verschiedenen Kampfstiele kennen zu lernen und Sensei Gordi zu besuchen bei dem mein Bruder vor 3 Jahren schon einmal war. Wenn sich jetzt jemand fragen sollte wieso ich mitgefahren bin, wo ich doch so sportlich bin wie ein Faultier nach einem Adrinalinschock, so kann ich darauf nur folgendes erwidern. Als mein Bruder zum ersten mal nach Japan reiste konnte ich leider nicht mitkommen. Aber damals habe ich zu ihm gesagt, sollte er noch einmal nach Japan fliegen würde ich gerne mitkommen. Was soll ich sagen, er ist noch mal geflogen und ich war dabei. Um nicht ganz so untätig zu sein hatte ich dann Fotos und Videoaufnahmen von den Trainingsstunden gemacht.

20:30 Uhr Nach dem Training gab es dann eine kleine Party im Dojo. Wir saßen mit den anderen im Kreis zusammen und haben ein wenig gegessen, getrunken und uns unterhalten. Scheinbar glauben alle Japaner daß das Lieblingsgetränk der Deutschen Bier ist. Auf jeden Fall gab es auch hier genug davon. Zu Essen gab es natürlich auch wieder Sushi, kleine Salami- und Käseröllchen. Es gab auch kleine getrocknete Fischstreifen zu essen, so wie bei uns etwa Chips. Nun, diese Fischstreifen waren nicht so mein Ding. Wenn die Japaner genug Alkohol getrunken haben, in unserem Fall Bier, dann werden sie recht ausgelassen und die Hemmschwelle sinkt erheblich. Beispiel: Wir saßen so zusammen und dann kommt ein Japaner zu uns mit einer Flasche Bier in der Hand, stellt sich vor uns und sagt auf deutsch, "Ich heiße Takamoto und ich trinke gerne Bier. Prost", setzt die Flasche an und trinkt sie leer (die war allerdings nicht mehr voll, noch nicht mal mehr halbvoll), verbeugt sich und geht weg und setzt sich wieder hin. Und dies haben mehrere Japaner getan, es war ein sehr lustiger Abend. Als die Feier dann zu ende ging wollten wir noch etwas helfen aufzuräumen. Dies wurde uns allerdings nicht erlaubt.

22:45 Uhr Von ein paar Japaner wurden wir dann zur U-Bahn begleitet und sie haben uns auch gezeigt wie wir fahren mußten um nach hause zu kommen.

24:00 Uhr Ankunft an der Station in Kyoto hat 1 Stunde an der Station auf uns gewartet weil es so stark geregnet hatte. Sie hat 3 Leute von uns im Auto mitgenommen und den anderen zwei, da sie nicht warten wollten, zwei Schirme gegeben. Als wir dann bei Familie Ishihara ankamen wurde uns ihr 3. Sohn vorgestellt. Wir saßen dann noch mit der Familie im Wohnzimmer zusammen und haben was gegessen und den Tagesablauf für den nächsten Tag geplant. Um 2:00 Uhr sind wir dann auf unsere Zimmer gegangen und haben dort noch etwas geredet.

01.10.00

08:30 Uhr Aufstehen und Frühstücken, heute mal mit Fisch.

10:30 Uhr Verabschiedung von Familie Ishihara

Leider ist heute unser letzter Tag in Tokyo, um in Tokyo alle Sehenswürdigkeiten und vor allem in der Stadt in den Geschäften zu bummeln bräuchte man glatt zwei weitere Wochen.

11:00 Uhr Treffen mit Karin an einer Bahnstation. Karin ist eine Bekannte von Andreas und Dag. Sie studiert hier in Japan an der Uni. Gemeinsam haben wir dann, vollbepackt wie wir waren, ein Elektroladen und ein Kaufhaus besucht. Hier hat Dag auch seine CD gefunden. Kaufhäuser in Japan, ein Traum. In dem unteren Stock war die Lebensmittel bzw. Süßigkeitenabteilung. Überall wo es etwas zu essen gab standen kleine Probierteller oder Dosen. Normalerweise könnte man auf diesem Weg sich kostenlos satt essen. Und das Personal, erstens viel mehr Angestellte als in einem Kaufhaus bei uns und zweitens auch hier wieder die Freundlichkeit, die leichte Verbeugung und Begrüßung selbst beim vorbeigehen an einer Abteilung.

Danach sind wir zum Meijishingou Tempel weiter gefahren. Wir haben uns den Tempel angesehen und konnten dort auch zwei traditionelle Shinto-Hochzeiten sehen. Obwohl, so ganz traditionell war es nun doch nicht. Da war eine Frau bei der Hochzeitsgruppe die zwar ein sehr schönes Kleid an hatte, aber die Mickymaushandtasche hat mir dazu nicht so gut gefallen.

Aber so ist Japan, das Traditionelle und Moderne neben- und miteinander. Man sieht Frauen im Kimono und mit Handy herumlaufen, alte Tempel inmitten von Hochhäusern, kleine Porzellan- oder Teegeschäfte neben große modernen Kaufhäusern. Hat ich mich schon über das Thema Handy ausgelassen?. Also in Japan muß das telefonieren mit Handy unglaublich billig sein. Jeden den man sieht hat ein Handy. Man könnte fast glauben, das jedem Japaner bei der Geburt ein Handy mit in die Wiege gelegt wird. Auch sind die Dinger von der Funktionsvielfalt unsern Handy's weit voraus. Genauso sind uns einige Autos in Japan aufgefallen, die hatten teilweise zwischen 4 bis 6 Antennen am Fahrzeug. Dies hat uns natürlich neugierig gemacht, und zufällig haben wir die Lösung für die viele Anzahl der Antennen gefunden. Fernsehen, ja, die haben einen Fernsehen im Auto und nicht einfach so ein kleinen Fernseher wie wir unsere tragbaren Geräte kennen. Nein, so richtige moderne Flachbildschirme. Man stelle sich das mal bei uns vor, daß wäre einfach unmöglich ( Und so wie ich unseren Staat kenne auch verboten). Ok, ok , weiter, weiter, sonst werde ich nicht fertig.

Auf dem Weg zum Tempel hatten wir auch noch ein tolles Erlebnis. Am Harajuku Platz standen oder saßen Gruppen von Jugendlichen zusammen die alle geschminkt und kostümiert waren. Wir fragten unseren Begleiter Jun ob heute ein besonderer Tag sei, aber er meinte das wäre nicht der Fall. Diese Jugendlichen würden jeden Sonntag hierher kommen und sich verkleiden. Sie würden ihren Idolen aus der Musikszene, Models, oder sogar bestimmten Comicsfiguren nacheifern. (Hier muß ich einwerfen das ich vor kurzem einen Bericht im Fernsehen gesehen habe, wo man solche Gruppen auch gezeigt hatte, der Film war allerdings von 1983 und diese Jugendlichen hatten mehr ihren Rockidolen nachgeeifert.) Die jugendlichen waren im Alter zwischen 14 und 22 Jahren. Wobei wir hier wieder zu einem Punkt kommen, der für uns Europäer schwer zu schätzen ist, das Alter. Wir hatten zum Beispiel einmal eine Frau mit ihrem Kind gesehen, Die Frau hätten wir auf 18 oder 20 Jahre geschätzt aber unsere Begleiterin sagte uns das sie mindestens schon 28 wäre. Oder bei einer unserer Gastfamilien, die hatten eine Tochter, von der Größe und vom Aussehen hätte ich sie auf das gleiche alter wie meine Tochter geschätzt, also auf 13 Jahre, aber auch hier wieder einmal falsch, sie war 17 Jahre alt.

Nachdem wir uns den Tempel und dem Treiben der Jugendlichen in einem kleinem Café etwas ausgeruht hatten, machten wir uns wieder auf den Weg zum Flughafen.

17:30 Uhr Einpacken der Rucksäcke und einchecken. Anschließend geht's mit Jun in ein Restaurant zum Essen.

20:00 Uhr Abflug nach Naha auf der Insel Okinawa.

22:40 Uhr Ankunft in Naha. Vom Klima und der Temperatur kein Vergleich zu Tokyo. Noch wärmer und schwüler. Nach dem Auschecken werden wir wieder freundlichst Empfangen. Diesmal von Gordy, seiner Frau Sumako und Elangovan, ein Inder der für drei Monaten hier bei Gordy trainiert.

24:00 Uhr Ankunft in Nagahama im Dojo von Gordy. Dort bekamen wir von Gordy alles gezeigt und er erklärte uns auch die ganzen Fotos die im Dojo.

02:30 Uhr Noch ein kleiner Imbis und dann endlich ins Bett.

02.10.00

07:00 Uhr Aufstehen und Frühstücken; Hier sind wir Selbstverpfleger, deswegen gibt es nur Maisbrot, Butter, Schmelzkäse, Kaffee und Butter.

09:00 Uhr Beginn des ersten Trainings mit Gordy. Da ich ja nicht mittrainiere mach ich ein paar Fotos.

12:00 Uhr Pause. Wir machen uns auf den Weg runter zum Meer. Dort finden wir einen Supermarkt und eine kleine Gaststädte. Im Supermarkt kaufen wir ein wenig ein, hauptsächlich etwas zu trinken, denn bei diesen Temperaturen haut es einem beim Training ganz schon den Dampf raus. Will sagen man schwitzt wie in der Sauna. In der Gaststädte hatten wir ein kleines Problem. Die Speisekarten waren nicht wie sonst üblich, mit einem Foto der Speise versehen sondern es gab gar keine Speisekarte. Also nicht wirklich, aber anders. Die Menüs waren über der Speiseausgabe auf Zetteln geschrieben.

Sollte einmal ein Menü aus sein, wird einfach der Zettel nach oben geklappt.

Da wir also nicht so recht wußten was es zu essen gab, hatten wir uns dazu entschlossen, uns einfach etwas bringen zu lassen und zwar für jeden etwas anderes. Man sollte es nicht glauben aber es hatte geklappt. Nicht nur das jedem von uns sein Essen gut geschmeckt hatte, nein, es waren auch große Portionen und das für wenig Geld, 550 Yen pro Person.

14:00 Uhr Dag ruht sich etwas aus während der Rest der Gruppe mit Gordy auf die US-Base fuhr zum Einkaufen von Lebensmitteln.

18:00 Uhr Zweites Training mit Gordy das etwa 1,5 Stunden ging.

20:00 Uhr Einladung bei Sensei Seiko Toyama. Meinereiner ist im Dojo geblieben, da dies doch etwas mehr für die anderen war. Ich war so frei, während dieser Zeit noch ein paar Postkarten zu schreiben, mit den Katzen zu spielen (ja, ja, Gordy hat 12 Katzen, noch hi hi. Nein, ich bzw. wir haben keine Katzen an die Decke genagelt oder beim Training als Waffe benutzt, aber das ist wieder eine andere Geschichte. ) und gelesen.

22:30 Uhr Zeit fürs Bett

00:30 Uhr Wurde von den Anderen geweckt als sie ins Dojo kamen. Wir unterhielten uns noch ein wenig und riefen natürlich wieder in Deutschland an. Wir hatten es so eingerichtet, zumindest Dag, Andreas und ich, das einer von uns zu Hause anruft und dessen Frau die anderen Familien von uns benachrichtigt. So mußte nicht jeder jeden Tag anrufen und wir konnten uns dadurch einiges Geld sparen. Wobei wir alle spezielle Telefonkarten hatten. Die hatten wir uns schon in Deutschland gekauft damit wir bei den Gastfamilien kostenfrei telefonieren konnten. Mit meiner Karte hatte ich natürlich Probleme, aber das hatte dann doch noch geklappt.

01:30 Uhr Jetzt wird weiter geschlafen

03.10.00

07:30 Uhr Aufstehen und Frühstücken. Heute ist unser Frühstück besser als Gestern, da wir ja etwas eingekauft hatten.

10:00 Uhr Wieder Training bis 12:00 Uhr

12:30 Uhr Während Dag und Sven mit Gordy zur Bank fahren um Geld zu tauschen und anschießend zur US-Base weiterfahren um für die heutige Abschiedsparty von Elangovan Essen einkaufen, haben wir, in diesem Fall der Rest der Gruppe (Susi, Andreas und meinereiner), uns entschlossen eine Burgruine hier in der nähe zu besuchen. Auf dem Weg dorthin mußten wir wieder einmal etwas Bemerkenswertes feststellen. Hier stehen wahnsinnig viele Getränkeautomaten rum. Selbst auf dem Weg zur Burg, wo nun wirklich keine Häuser mehr in der Nähe waren, standen zwei von den Dingern. Bei uns in Deutschland wäre das natürlich wieder einmal ganz unmöglich. Die Firmen, die diese Automaten aufstellen, würden bei uns ganz schön draufzahlen. Ersten ist es nicht so warm wie in Okinawa und zweitens würden die Automaten wahrscheinlich dem Wandalismus zum Opfer fallen. Doch zu den Automaten später mehr.

Von der Burgruine waren leider nur noch die Grundmauern zu sehen. Allerdings waren die immer noch ca. 6 m hoch und ca. 3 m breit. Wenn man oben auf den Mauern entlang ging, und aufgrund der Tatsache, daß die Ruine auf einem Berg lag, konnte man bis zum Meer sehen.

Wie schon erwähnt (oder auch nicht, bei so einem Reisebericht kann man, in diesem Fall meine Wenigkeit, ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste, mal was vergessen) haben die Japaner eine sehr geringe Arbeitslosenzahl. Und so sahen wir auch hier vier fleißige Japaner, die an den Mauern das Unkraut aus den Ritzen kratzten.

17:00 Uhr Rückkehr zum Dojo. Elangovan war schon beim Aufräumen des Dojos.

18:00 Uhr Beginn der Abschiedsparty von Elangovan. Zu dieser Feier kamen auch viele Freunde von Gordy, die Elangovan während seines Aufenthaltes hier in Okinawa kennen gelernt hatte. Als Ehrengast kam Sensei Toyama ( 73 Jahre alt) und zeigte uns sein Aufwärmtraining sowie die Stilhöchste Kata. Von meinem Rückenproblem einmal abgesehen, aber dieses Aufwärmtraining hätte mich auch schon mit 16 Jahren fertig gemacht. Schon allein die Liegestützen waren in einem üblem Tempo, von der Dauer wie lange er sie gemacht hatte einmal ganz abgesehen. Auch ein Teil der Gäste zeigen einige Kata. Beim anschließenden Beisammensein spielte Sumako drei Lieder auf einem traditionellem japanischem Instrument, der Koto. Nach der Feier und den Aufräumungsarbeiten fand noch eine kleine Unterhaltung statt, die am Schluß nur noch zwischen Dag und Andy bis um 03:00 Uhr weiter verlief.

04.10.00

08:30 Uhr Aufstehen und Frühstücken. Ha, es regnet leicht.

10:00 Uhr Wieder Training bis 12:00 Uhr

12:00 Uhr Mittagessen

Heute wird ein Strandtag eingelegt. Gordy fährt uns in zwei Etappen zu einem nahegelegenen Strandhotel. Am Strand, etwas Abseits von der Hotelanlage, gibt es jede menge Korallenbruchstücke. Wir habe uns natürlich einige als Souvenir mitgenommen. Hier machen wir auch einige Fotos. Danach geht es zum hoteleigenen Sandstrand. Dort angekommen trinken wir erst einmal ein Bier, Cola oder ein Orangensaft. Und das für 500 Y pro Becher, man gönnt sich ja sonst nichts. Danach ab zum Strand und ins Wasser. Bis auf Dag und Andy ( die Nichtschwimmenwoller , die Salzwasserabschreckkandidaten, die Faulamstrandliegenden).

Natürlich ist es, wenn man sich entschlossen hat einen Badetag einzulegen, gerade Bewölkt. Aber wir lassen uns davon nicht unterkriegen. Trotz bedecktem Himmel ist es angenehm warm und im Wasser läßt es sich auch aushalten. Hier am Strand sind gerade mal 10-15 Japaner, vielleicht liegt es daran, daß heute Mittwoch ist, das Wetter nicht so mitspielt, oder die Japaner sowieso nicht so viel Urlaub haben wie wir. Ach noch etwas, hier soll es Haie geben, ich habe aber noch keinen gesehen.

Wo ich so am Stand liege (Dag und Andy schlafen so vor sich hin, Sven und Susi sind noch im Wasser), denk ich an Zuhause. Dort müßte es jetzt 09:00 Uhr sein und ziemlich frisch. Ich gehe davon aus das meine Kinder in der Schule sind und meine Frau in der Arbeit. Wahrscheinlich wird mich meine Frau, wenn ich wieder Zuhause bin, fragen, ob ich sie vermißt habe. Wenn ich dann ja sage glaubt sie mir wahrscheinlich nicht, und wenn ich nein sage, behauptet sie ,daß sie sich das schon gedacht hat.

Nachdem alle aus dem Wasser und wieder trocken sind wird es Zeit zurückzufahren. Wir packen unsere Sachen zusammen und gehen hoch zum Hotel um ein Taxi zu bestellen. Nachdem wir eine Hotelangestellte darum gebeten haben uns ein Taxi zu rufen, warten wir noch in der Hotellobby. Da es hier recht luxuriös aussieht, erkundigen wir uns nach den Zimmerpreisen.

Wie fast erwartet ( das es so teuer ist allerdings nicht) sind die Preise für die Zimmer sehr hoch. Sie liegen zwischen 640 DM und 4000 DM pro Tag und dies ohne Frühstück. Als das Taxi kommt werden wir hinaus gebracht und wieder sehr freundlich verabschiedet. In das Taxi passen wir fünf alle locker hinein. Drei Leute hinten und zwei vorne bei Fahrer.

18:00 Uhr Andy und Dag führen mit Gordy noch ein Gespräch über die Ahnenreihe und das Angrüßen im Dojo.

18.45 Uhr Da noch genügend Essen von der Feier des Vortages übrig ist, versuchen wir diese Reste zu vernichten. Hat aber nicht ganz geklappt, wir waren alle satt und es war immer noch etwas da.

20:00 Uhr Während die Anderen wieder zu Sensei Toyama gehen bleibe ich im Dojo, lese und beobachte unseren "Hausgekko" bei der jagt nach Insekten.

23:30 Uhr Nachdem Andy, Sven, Dag und Susi wieder eingetroffen sind gibt es noch einen kleinen Snack.

02:00 Uhr Ab in die Falle. Denn wie Andy immer so schön sagt:"Wenn man wenig schläft, hat man mehr vom Tag." Oder war's "Wir sind doch nicht nach Japan gereist um zu schlafen, oder?"( Ja, ja, das hat Dag auch schon in seinem Reisebericht erwähnt).

05.10.00 07:30 Uhr Aufi geht, Buam und Madel, raus aus de Federn. Ja, ja jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, wir .....( keine Ahnung was das jetzt soll, aber manchmal überkommt es mich einfach). FRÜHSTÜCK

09:30 Uhr Für Heute ist eine Inselrundfahrt angesagt, oder zumindest ein Teil davon. Dag nimmt eine Auszeit, da er Probleme mit seinem Knie hat. Gordy hat uns einen Taxifahrer organisiert, da er, wenn ich es richtig verstanden habe, den Besitzer des Taxiunternehmen kennt. Für nur 12000Y werden wir über die Insel chauffiert. Ich schreib absichtlich "chauffiert" da sich der Fahrstil gegenüber dem in Tokyo sehr unterscheidet. Hier geht es alles etwas gemütlicher zu, nicht so hektisch und nicht so aggressiv. Zuerst fahren wir nach Naha. Dort schauen wir uns Burg Shurijo an. Da die Anlage früher einmal teilweise zerstört war und wieder aufgebaut und restauriert wurde, haben die Japaner gleich eine Tiefgarage mit aufgebaut. Wobei ich nicht glaube, daß damals eine Tiefgarage von Nöten gewesen wäre. Aber auch hier wieder jede menge freundliches Personal in ihren schmucken Uniformen. Ok, bei uns gibt es auch Leute die bei den Parkplätzen stehen, aber höchstens zwei. Einer kassiert und einer zeigt einem vielleicht den Weg zur Parknische. In einem Parkhaus bei uns hab ich noch keinen gesehen der einem einen freien Parkplatz zeigt, geschweigeden einem einweist. Über die Burg schreib ich jetzt nichts, außer das es schon eine große Anlage war. Danach fuhren wir zur Gyokusendo Kingdom Village. Dort gab es eine riesige Höhle. Ich dachte die nimmt gar kein Ende. Mit 5 Km ist sie Japans zweitlängste Höhle. Momentan sind aber nur 890 Meter für die Besucher freigegeben. Am Ausgang der Höhle ging es zu einem tropischen Garten mit Früchten die ich noch nie gesehen habe, jedenfalls die Meisten davon. Von dort ging es zu einer Glasbläseranlage, durch eine traditionelles Handwerkerviertel, einer Alkoholfabrik (in den Flaschen waren teilweise Schlangen eingelegt), einem Restaurant, hier haben wir was gegessen, und einem Shopping Center. Unser nächstes Ziel war das Friedensmuseum von Okinawa. Dort waren auch Gedenktafeln der Gefallenen aufgestellt. Im Museum waren riesige Bilder von den Kriegsgefallenen zu sehen. Auch hier wurden viele Schulklassen durchgeführt. Wenn ich mich nicht ganz getäuscht habe hat sogar eins der Kinder beim Anblick dieser Bilder geweint. Selbst meine Stimmung wurde bei dem Rundgang durch das Museum, und selbst jetzt da ich dies nun schreibe mich wieder daran erinnere, betrübt. Ich möchte mich auch hier und jetzt nicht dazu äußern, warum Menschen zu so etwas fähig sind, da man über den Unsinn eines Krieges haufenweise Bücher schreiben könnte.

Nun geht es weiter nach Okinawa City. Dort angekommen gehen wir bummeln und einkaufen. In den Einkaufstrassen sind unzählige kleine Geschäfte. Lebensmittel-, Textil-, Elektro- Drogerie- und Souvenirläden, Restaurants, alles ist vorhanden. Hier haben wir auch einige Geschenke für Zuhause, den Taxifahrer und Gordy gekauft. Nebenbei bemerkt, wir hätten uns auch beinah verlaufen. Was hier auch gar nicht so schwierig ist. Ah, auf dem weg zum Taxi haben wir noch was gesehen, daß es bei uns auch nicht gibt. Und zwar gibt es hier zwischen Bürgersteig und Straße kleine eingefaßte, nun wie soll ich sagen, hm, hm, so eine Art Wasser gefülltes Becken mit Fischen drin. Die Becken sind auf gleicher Höhe wie der Randstein. Im ersten Augenblick dachte ich es sei eine große Pfütze, bis mir dann die Fische darin aufgefallen waren. Bei uns gäbe es so was nicht, da hätten die Katzen schon längst die Fische raus geholt. Hunde und Katzen hab ich sowieso kaum gesehen, außer bei Gordy. Aber das Essen hat trotzdem geschmeckt. Nach dem Einkaufen geht's wieder zurück zu Gordy.

20:00 Uhr Bei Gordy angekommen, bedanken wir uns bei unserm Taxifahrer und geben ihm ein Geschenk. Danach wird wieder trainiert.

23:00 Uhr Zeit um was zu essen. Also ab in die Küche und Abendbrot gemacht. Nach dem Essen erzählen wir Dag unseren Tagesablauf und er uns was er so den ganzen Tag gemacht hat. Unter anderem hat er noch eine Katze für Gordy und Sumako besorgt. Wobei man Dag zugute halten muß, daß er nicht wissen konnte das diese Katze nicht Gordy und Sumako gehörte. Nun haben sie 13 Katzen und sind immer noch glücklich.

02:30 Uhr Genug geredet; jetzt wird geschlafen.

06.10.00

08:30 Uhr Heute stehen wir etwas später auf und Frühstücken in aller Ruhe.

10:00 Uhr Training

12:00 Uhr Essen im Restaurant unten am Meer und dann ein Filmnachmittag einlegen da Gordy gestern einige Filme Dag gezeigt hatte und wir diese uns heute anschauen wollen. Allerdings schlaffen wir bei den Filmen ein ( nicht weil sie schlecht waren, nein, wir waren alle etwas müde).

18:30 Uhr Training im Dojo

20:00 Uhr Die Anderen gehen wieder zu Sensei Toyama. Anschließend sitzen wir noch etwas mit Gordy und Sumako Zuhause in der Küche. Andy und Dag bekommen jeweils ein Buch geschenkt. Da wir nicht alle Filme gesehen haben, legen wir noch eine Filmnacht ein.

02:00 Uhr Jetzt klau ich wieder bei Dag. Das Zelluloid steht still und wir auch. Und, das war doch jetzt eine kurze Beschreibung des Tagesablauf, oder ?

07.10.00

08:30 Uhr Unser letztes Frühstück bei Gordy in Nagahaman auf Okinawa.

09:30 Uhr "Rein Schiff" ist angesagt. Also packen wir's an. Wir reinigen das Dojo, Küche und Bad.

10:45 Uhr Wir verabschieden uns von Gordy und Sumako. Obwohl wir nur ein paar Tage hier waren, fällt uns der Abschied schwer, wir wären gerne noch länger geblieben. Gordy sagte, er würde sich freuen wenn wir wieder einmal kommen würden.

Nach der Verabschiedung fährt uns unser freundlicher Taxifahrer von vorgestern kostenlos zum Flughafen. Ich gebe ja zu, daß ich zuerst bedenken hatte, ob wir mit dem ganzen Gepäck in das Auto passen würden aber es hatte doch geklappt. Auf der Fahrt zum Flughafen hat es geregnet und der Kofferraum war nur halb zu aber unser Gepäck wurde trotzdem nicht naß.

12:00 Uhr Ankunft am Flughafen von Naha. Nachdem wir unsere Rucksäcke wieder verpackt und abgegeben haben schauen wir uns am Flughafen noch etwas um. Da unser Flug erst um 14:30 Uhr geht, vertreiben wir uns die Zeit in einem Café mit freundlicher Bedienung.

14:30 Uhr Abflug von Okinawa. Auch hier gab es etwas zu sehen, was es bei uns nicht gibt. Auf dem Weg zur Startbahn hat sich das Bodenpersonal vor dem vorbeifahrenden Flugzeug verbeugt.

16:00 Uhr Ankunft in Kumamoto und auschecken.

16:30 Uhr Wir werden von der Familie Kishita empfangen. Herr Iwao Kishita, Mihoko Okada (die Mutter von Leo, der zwischen Weihnachten und Neujahr bei Andy in Deutschland war) und einer weiteren Frau. Und jeder kam mit einem eigenen Auto, so das wir ein Auto für unser Gepäck hatten und eins für uns. Herr Kishita fuhr alleine mit seinem Auto. Gemeinsam fahren wir zu einem Restaurant und bekommen dort in einem Tatamiraum ein Essen aufgetischt, daß ...... ach, was soll ich sagen, es war unglaublich gut und viel. Eins der Dinge, die ich nicht gegessen habe waren Seeigelninnereien. Die sahen nicht gerade appetitlich aus und laut Dag haben sie auch so geschmeckt wie sie aussahen.

20:00 Uhr Nach dem tollen Essen ging es dann gleich weiter zum Training. Diesmal Die Stilrichtung Gyokushinkai-Ryu. Hierbei kommen Andy, Dag, Sven und Susi so ins schwitzen, daß sie selbt einem Stinktier Konkurrenz machen können.

21:45 Uhr Nicht nur aus diesem Grund werden wir nach dem Training zu einem Onsen (einem öffentlichem Bad) gefahren. Normalerweise sind solche Onsens heiße Quellen, wovon es in Japan auch jede Menge gibt Hier wird sich erst einmal gründlich gewaschen, bevor es in das heiße Becken geht. Solch ein Becken gab es nicht nur in dem Badehaus, sondern auch im freien. Dies war wie ein Natursteinbecken nachempfunden und das frische Wasser stürzte wie bei einem Wasserfall von oben herab. Gut, Gut, natürlich nicht so wie die Victoria Fälle, aber es war sehr angenehm darunter zu sitzen. Ich habe ja keine Ahnung ob es bei uns in Hotels der gehobenen Klasse in der Sauna Fernseher gibt, aber hier war das der Fall. Gemeinschaftsbaderäume gibt es nicht, nur Familienbaderäume. Wobei ich mir schon vorstellen kann das es schon Badehäuser gibt, wo "Mann" verwöhnt wird. Aber die sind bestimmt sehr teuer. Apropos teuer, auch hier durften wir nichts bezahlen, die Familie Kishita hat auch hier alles bezahlt.

Hier in Kumamoto ist der Fahrstil eher wieder so wie in Tokyo. Die ganze Zeit über, die wir bei der Familie Kishita verbrachten, hat uns Leo's Mutter mit ihrem Fan chauffiert. Der Fan hatte eine etwas überdimensionierte Auspuffanlage und bei jeder Bodenwelle kam es zu einem, ich will es mal so sagen, hörbaren Kontakt mit der Fahrbahn. Da wir während des Aufenthalts bei der Familie Kishita einige Straßenabschnitte öfters befuhren, insbesondere die Strecke zum Onsen ( wir wurden jeden Tag zu dem Badehaus gebracht), kannten wir mit der Zeit die Stellen wo es zum Kontakt mit dem Auspuff und der Straße kam. Wir machten uns einen Spaß daraus, immer kurz vor solch einem Kontakt, das Geräusche nach zu machen.

Nachdem wir uns im Onsen fast eine Stunde entspannt haben, fahren wir weiter zu Leo's Großeltern in Kikusui. Dort angekommen, wurden wir in den ersten Stock des Verkaufsraums (die Großeltern von Leo haben eine Autoreparaturwerkstatt) gebracht wo bereits alles für uns hergerichtet war.

Als Leo's Großmutter zu uns kommt, kniet sie sich vor uns nieder und begrüßt uns. Dies war uns außerordentlich Peinlich. Mit Mihoko und Herr Kshita sitzen wir noch ein wenig bei einem kleinem Snack und Bier zusammen.

24:00 Uhr Herr Kishita und Mihoko verabschieden sich von uns.

02:00 Uhr Nachdem wir unsere Sachen für Morgen ausgepackt und noch ein paar Bier getrunken haben gehen auch wir zu Bett.

08.10.00

07.10 Uhr Wir stehen auf, waschen uns, ziehen uns an und gehen rüber zum Wohngebäude um zu Frühstücken. Dort angekommen werden wir allerdings wieder zurück geschickt, denn das Frühstück wird uns gebracht. Es gibt Salat, Suppe, Eier, Schinken, Reis, Obst und Tee. Es ist immer wieder erstaunlich wie zuvorkommend und freundlich die Japaner sind.

08:50 Uhr Abfahrt zu einem Training mit Stilrichtung Shorin-Ryu.

12:00 Uhr Beendigung des Trainings mit einer kleinen Erfrischung. Da es gerade wie aus Kübeln schüttet, lassen wir uns etwas Zeit.

12.30 Uhr Auf dem Weg zu einem Einkaufszentrum überrascht uns Mihoko mit kleinen Dampfnudeln. Die sind teils mit Gemüse oder mit Pflaumen gefüllt ( sehr Lecker). Im Einkaufszentrum haben wir auch eine Spielhalle besucht. Hier gilt nicht wie bei uns "Eintritt nur ab 18 Jahren". Nein, hier sind auch Eltern mit ihren Kindern zu sehen. Hier gibt es Automaten wo man sich fotografieren lassen kann. Das Foto kann man mit unterschiedlichen Effekten gestalten oder man kann sich 30 kleine selbstklebende Fotos machen. Es gibt auch jede Menge von Automaten für die kleineren Kinder. Wie gesagt, bei uns gibt es das nicht bzw. noch nicht. Ansonsten haben wir noch einige Sachen zum Essen und Trinken gekauft. Oh, ich müßte sagen wollten kaufen, denn wir durften wieder einmal nicht bezahlen.

15:30 Uhr Zuhause bekommen wir ein verspätetes Mittagessen. Danach versuchen wir uns etwas auszuruhen. Wir kommen aber nicht so recht dazu, da die Kinder mit der Playstation2 spielen.

20:00 Uhr Wieder geht's ins Onsen. Nach einer Stunde Erholung verlassen wir das Badehaus und müssen feststellen das es wolkenbruchartig regnet.

21:45 Uhr Wieder Zuhause angekommen werden wir gefragt ob wir unsere Schmutzwäsche waschen lassen wollen. Aber wir haben dankend abgelehnt. Das heißt, die Klamotten vom Training haben wir dann doch reinigen lassen. Die waren nämlich nicht mehr weiß und die Hosen standen schon von alleine vor lauter Schmutz.

24:00 Uhr Die Brotzeit entfällt, dafür gibt's ne Bierzeit.

02:00 Uhr Zeit fürs Bett.

09.10.00

09:30 Uhr Ah, ein neuer Tag, ein neues Glück, oder so.

10:00 Uhr Wieder gibt es ein tolles Frühstück mit Würstchen, Weißbrot, Eier, Salat, Obst und Obstsalat.

11:00 Uhr Wir machen uns auf die Fahrt zum Berg Aso. Heute fahren fast alle mit. Mihoko und die Kinder sowie die Großeltern. Auf der Fahrt dorthin haben wir die Gelegenheit etwas mehr von diesem wunderschönem Land zu sehen.

Außer der schönen Landschaft und den tollen Häusern sehen wir natürlich wieder einmal etwas, daß es bei uns in Deutschland nicht gibt und das uns schon öfters aufgefallen ist. Eine Tankstelle mit fünf Angestellten, die alle ein weißes Hemd und eine Fliege Tragen. Soll heißen, daß jeder einzelne der Angestellten ein weißes Hemd mit Fliege Trägt. Den selbst hier in Japan stopfen sie keine fünf Leute in ein Hemd. Und überhaupt, wer von den Fünf trägt dann die Fliege. Aber mal wieder im Ernst, ( (wer ist Ernst) wer hat das gesagt?)), Dienstleistungen gehören zu Japan wie bei uns die Butter auf Brot.

Hier muß man beim Tanken noch nicht mal das Auto verlassen. Man fährt an die Tanksäule und schon kommt jemand an und erkundigt sich höflichste wieviel Liter man tanken möchte oder für wieviel Yen man tanken möchte. In der Zeit in der der Wagen betankt wird, putzen andere Angestellte die Scheiben des Fahrzeugs und eine Angestellter kassiert den fälligen Betrag.

Auf dem Weg zum Aso halten wir erstmals an einem Aussichtspunkt von wo man das ganze Gebiet überschauen kann. Nachdem wir uns ein wenig umgesehen und einen Maiskolben gegessen haben ( ich frage mich immer wieder warum man zu den Maiskolben keine Zahnstocher bekommt, so als kleines Geschenk oder aber auch zu kaufen. He, ihr Maiskolbenverkäufer aller Länder, Ihr macht da einen Fehler. Ihr könntet mehr verdienen. Laßt Euch das einmal durch den Kopf gehen.) fahren wir zu einem Vulkanmuseum. Hier gibt es einiges zu sehen. Informationen über die Entstehung von Vulkanen, verschiedenste Gesteinsarten und außerdem noch einige Tiere die hier in der Region leben. Ja, und noch Horden von Schülergruppen ( Gruß an Dag). Man könnte glauben das die japanischen Schüler nur unterwegs sind. Von einer Sehenswürdigkeit zur anderen. Auf jeden Fall haben wir immer welche gesehen. Nur was wir nicht gesehen haben, oder nicht so richtig , war der Berg Aso. Zumindest kann sagen das die Japaner viel Nebel bzw. Wolken haben. Davon haben wir genügend gesehen. Da es auch nicht so warm war kauften wir uns ein paar heiße Getränke, aus dem Automaten, jawohl. Hier gab es die verschiedensten Kaffe- oder Teegetränke in Dosen, und sogar Heiß. Warum gibt es so was nicht bei uns, he, warum nicht.

Nachdem uns wieder etwas warm war geht's mit dem Auto weiter zu einer Seilbahnstation. Dort angekommen fahren wir mit der Seilbahn zu einem Schwefelvulkan hoch. Dort gehen wir, die Nasen rünfend zum Kraterrand, schauen uns hustend die Schwefelwolken an, die zu uns hochsteigen, und sehen zu das wir wieder runterkommen bevor wir uns die Lungen aus dem Hals husten. An der Talstation angekommen trennen wir uns von den Großeltern, da uns Mihoko noch nach Kumamoto fährt.

19:30 Uhr In Kumamoto setzt sie uns ab und wir schauen uns die Einkaufsstaßen an. Hier werden wir von einem japanischen Paar angeredet, die wissen möchten was wir hier machen und wo wir schon überall waren. Sven versucht ein Paar gebrauchte Handschuhe von einem Taxifahrer zu bekommen, was ihm auch gelingt. Der Erste wollte sie nicht hergeben aber schon beim Zweiten hat er sie bekommen, der konnte sogar etwas Deutsch sprechen. Nicht Sven, natürlich der auch, wie hätte ich mich denn mit ihm unterhalten sollen, in hawaianisch (Ahloa) oder was. Nein, der Taxifahrer, der konnte etwas Deutsch.

20:30 Uhr Wir werden wieder abgeholt, nein wir haben uns nicht verlaufen und nochmals nein, wir konnten uns den Treffpunkt merken und haben ihn wieder gefunden.

21:30 Uhr Das schon so schöne und gewohnte Bad wartet auf uns.

23:00 Uhr Wir sitzen wieder zusammen bei einem kleinen Snack und Getränke. Mihoko kommt noch einmal zu uns und bringt einen Kinomo mit, den sie Susi schenkt, da wir morgen schon zu unserem nächsten Ziel aufbrechen. Sie zeigt ihr auch wie er angelegt wird und versucht dabei uns Jungs "bedeckt" zu halten, da Susi sich dafür ja ausziehen muß. Es war ein lustiger Abend und wir haben alle sehr gelacht.

00:30 Uhr Zeit zum schlafen, da wir heute wieder früh aufstehen müssen.

10.10.00

05:30 Uhr Aufstehen und kein Frühstück. Wir räumen alles wieder so auf wie wir es empfangen haben und machen uns mit unserem Gepäck nach unten.

06:30 Uhr Verabschiedung von den Großeltern und den restlichen Angehörigen. Herr Kishita und Mihoko fahren uns zum Flughafen. Da wir nicht gefrühstückt haben bekommen wir eine Kleinigkeit für unterwegs.

07:15 Uhr Ankunft beim Flughafen von Kumamoto. Die Rücksäcke werden wieder verpackt und es wird eingecheckt.

08:00 Uhr Abflug von Kumamoto

08:45 Uhr Landung in Osaka. Wir lassen den anderen Passagiere den vortritt, da wir diesmal nicht abgeholt werden, und verlassen das Flugzeug als letzte. Hier haben wir unsere erste und wirklich einzige negative Erfahrung gemacht (wenn man das überhaupt so sehen will). Wir konnten am Flughafen keine Treveler-Schecks tauschen. Also los zum Bus.

9:45 Uhr Abfahrt mit dem Bus nach Kyoto. Im Bus haben wir alle, glaub ich zumindest, etwas geschlafen.

10:45 Uhr Ankunft in Kyoto gegenüber des Hauptbahnhofes. Wir fragen einen Polizisten, der gerade einige abgestellte Fahrräder richtig zurechtstellt, nach einer Bank. Auf der Bank tauschen wir unsere Schecks und machen uns danach auf den Weg zum Hauptbahnhof.

11:15 Uhr Dort suchen wir einen Informationsstand auf. Hier erkundigten wir uns wie wir nach Uji kommen. Und hier schlägt sie wieder zu, die immer wiederkehrende unnachgiebige allumfassende Freundlichkeit. Eine Dame der Information begleitet uns zu den Fahrkartenschalter, zeigt uns was wir zahlen müssen und bringt uns fast zum Bahnsteig. Ja, wo erlebt man den sonstwo so etwas wenn nicht in Japan, bei uns bestimmt nicht.

11:40 Uhr Abfahrt mit dem Zug nach Uji. Im Zug waren außer uns auch noch andere Langnasen.

12:30 Uhr Ankunft in Uji. Auf der Suche nach unserer Herberge fragen wir eine Frau. Nachdem sie sich die Adresse angesehen hat, überlegt sie kurz und bringt uns bis zur Herberge. Hier geht es gleich ab in die Zimmer, eins für Susi und Sven, eins für Andreas, Dag und mich.

14:00 Uhr Nachdem wir unsere Sachen verräumt haben geht es ab zu einem Stadtbummel. Wir finden ein Restaurant wo wir Mittagessen und danach weiter durch die Stadt bummeln. Als ich ein Kaffeehaus sehe entschließen wir uns dort auch noch einzukehren. Hier wird der Kaffee in Glaskolben über einem Bunsenbrenner gekocht. Der Kaffee schmeckt ausgesprochen gut und ich bestell mir auch noch eine zweite Tasse, obwohl ich für eine Tasse Kaffee 350 Yen zahlen darf (ungefähr 7 DM).

18:30 Uhr Abendessen in der Herberge.

20:00 Uhr Dag ruht sich aus und der Rest macht noch einen Abendspaziergang.

22:00 Uhr Dag, Andreas und meine Wenigkeit feiern eine Billigbier-Party. Andreas hatte Pflaumenwein und ein 6-Pack Bier gekauft. Normalerweise kostet eine 350 ml Dose Bier 450 Yen. Da die Verkäuferin des Supermarktes sich vertan hatte, bekam Andreas alle 6 Dosen für 450 Yen.

00:45 Uhr Der Pflaumenwein und das Bier fördern unsere Bettschwere ungemein.

11.10.00

07:30 Uhr Aufstehen, Duschen, Anziehen und runter zum Frühstück. Es gibt Fisch, Spiegelei mit Schinken und Salat.

08:15 Uhr Auf dem Weg zum Bahnhof machen wir unser zweites Frühstück. Diesmal mit Kaffee, der erheblich billiger ist als der vom Vortag, und Dounuts.

10:05 Uhr Da unser Zug nach Kyoto erst um 10:24 Uhr fährt, müssen wir noch etwas warten.

10:48 Uhr Ankunft in Kyoto. Hier kümmert sich Andreas um unsere Zugverbindung zum Flughafen an unserem letzten Reisetag. Zu Fuß geht es nun zum Hagashihiganji. Wir schauen uns die Anlage an und wandern danach durch einige Seitenstraßen in Richtung Haupteinkaufsstraße. Auf dem Weg dorthin essen wir in einem, ich möchte es nicht Lokal und auch nicht sehr kleines Restaurant nennen, am besten ich halte mich hier an Dag's Beschreibung, etwas größerem Wohnzimmer zu Mittag. Es war nicht sehr hell hier drin, das Personal war auch etwas suspekt, aber das Essen konnte man "genießen". Ein paar Häuser weiter hätten wir billiger und gemütlicher essen können. Nach unserem Einkaufsbummel geht es zu Mc Donald. Danach machen wir uns auf den Weg zur Uni, da hier wieder eine Trainingseinheit angesagt war. Unter zu Hilfename des Stadtplans und der Befragung eines Mönches gelang es uns auch die Uni von Kyoto zu finden.

17:50 Uhr In der Uni fragten wir uns zur Turnhalle durch. In der Turnhalle, wenn man es so bezeichnen will, da auf drei Stockwerken aufgeteilt, war ein reges Treiben. So ziemlich alle Sportarten waren hier vertreten, nur Schwimmer, Reiter, Speerwerfer, Dart und Billard, Feuerspucker und Zauberer hab ich nicht gesehen. ..... Kneipensport und Zirkus ???? streicht einfach die Letzten.

Nachdem wir die Räumlichkeiten gefunden haben wo das Training stattfindet, warten wir noch ein wenig bis die Gruppe vor uns ihr Training beendet hat. Dann dürfen wir, he, he, he , ich natürlich nicht, schniff, trainieren.

21:30 Uhr Das Training ist beendet. Gott sei dank, die Jungs gehen ganz schön ran. Herr Dr. Tominaga lädt uns zu einem Abendessen mit ein paar ausgewählten Studenten ein. Das Essen ist wieder einmal erste Sahne. Es gibt gebratenes Rindfleisch, Sushi, Nigiri, Fisch- und Fleischspieße, Tempura und vieles mehr. Dazu gibt es, natürlich wie sollte es auch anders sein, Bier. Und das nicht wenig, es waren vier Fässer Bier. Das meiste Bier wurde natürlich von Leuten aus unserer Gruppe getrunken, nein ich nenne hier keine Namen, aber die betreffenden Personen werden es schon selbst wissen.

23:45 Uhr Wir verabschieden uns von den Anderen und werden von einem Japaner zum Bahnhof begleitet, der uns auch hier wieder einmal freundlichst zeigt was wir für Fahrkarten lösen und in welchen Zug wir steigen müssen.

Susi, Sven und ich sondern uns ein wenig von Dag und Andreas ab, da sie sich etwas anderes verhalten als sonst. Nicht wirklich, die zwei verhalten sich immer so wenn ein bestimmter Anteil, einer bestimmten Menge dieser gegärten Flüssigkeit, in ihren Blutkreislauf übergegangen ist. Hier greife ich wieder auf Dag's Tagebuch zurück. In Uji angekommen gehen Susi, Sven und Peter zur Herberge, während Andreas und Dag noch einen nächtlichen Spaziergang durch das verschlafene Uji machen. Verschlafen, bis auf eine Baustelle, an der 3 Leute arbeiten und 3 weitere die Straße sichern auf der außer Dag und Andreas keiner zu sehen ist.

Hier komm ich wieder ins Spiel. Also ob das wirklich jeweils 3 Leute waren kann ich natürlich nicht sagen, dies könnte auch auf die eingenommene Menge der schon weiter oben beschriebenen Flüssigkeit sein. Aber mal im ernst, es stimmt schon, egal an welcher Baustelle, immer stehen mindestens zwei Leute da und sichern sie noch ab.

01:45 Uhr Nachdem die zwei Nachtwandler in der Herberge eingetroffen sind, wird auch jetzt geschlafen.

12.10.00

08:30 Uhr Wir werden durch das Klingeln des Telefons geweckt. Die Herbergsbesitzerin bittet uns zum Frühstück. Also aufstehen schnell waschen, anziehen und runter.

09:30 Uhr Bis auf Dag gehen wir alle in Uji zum Tee-Einkauf. Dag macht sich mit schlafen und duschen etwas fit. Falls ich es noch nicht erwähnt haben sollte, Uji ist eine Teehochburg. Hier bekommt man alles was mit Tee machbar ist.

So zum Beispiel Eistee oder klarer ausgedrückt Teeeis. Dies ist ein Softeis das sehr grün aussieht und definitiv nach Tee schmeckt. Nun ja, nicht jedermann mag es. Oder unglaublich viele Süßwaren die nach Tee schmecken bzw. einen leichten Teegeschmack haben. Und natürlich alles mögliche Zubehör rund um den Tee, sowie den Tee an sich auch. Mir wahr gar nicht klar wieviel verschiedene Teesorten es gibt und schon gar nicht diese Qualitätsunterschiede. Da gab es 100 gr. Tee schon für 10 DM oder aber auch die selbe Menge eines anderen Tees für 200 DM. Auf jeden konnte man in allen Läden eine Teeprobe bekommen.

19:30 Uhr Nach dem Abendessen, das auch hier wieder einmal anders verläuft als sonst, wir werden in einen extra Raum gebracht der so wie die Zimmer mit Tatami- Matten ausgelegt ist und einen niedrigen Tisch hat, da dies unsere letzte Nacht in Japan ist machen Dag und Andreas noch einen ausgedehnten Spaziergang.

21:30 Uhr Die Spaziergänger kommen zurück und jetzt wird noch in einem Buch gelesen oder etwas ferngesehen.

23:00 Uhr Da wir morgen wieder früh aufstehen müssen wird jetzt geschlafen.

13.10.00

05.30 Uhr Aufstehen und fertig machen zur Abreise bzw. dem Marsch zur Bahnstation mit dem ganzen Gepäck. Teufel auch, warum muß man immer soviel mitnehmen und warum ist das Gepäck bei der Rückreise immer schwerer als beim Beginn der Reise.

07:13 Uhr Abfahrt mit dem Zug nach Kyoto. Da wir sehr früh fahren kommen wir zum Ende unserer Japanreise noch einmal in den Genus eines vollen Zuges. Am Hauptbahnhof angekommen begeben wir uns zum Bahnsteig des Zuges nach Kansei. Kansei ist ein Flughafen den die Japaner mitten ins Meer gebaut haben. Am Bahnsteig angekommen stellen wir fest, das kein Zug da ist. Nein, wir haben ihn nicht verpaßt, wir sind nur etwas zu früh dran. So langsam kommen auch noch andere Fahrgäste und auch hier müssen wir feststellen das entweder die Kriminalitätsrate sehr gering ist oder die japanische Polizei sehr gut ist. Eine Frau stellt ihre Koffer ca. 5 Meter von uns ab und geht dann zum Kiosk um etwas zu kaufen. Als endlich der Zug am Bahnsteig ankommt und die Fahrgäste alle ausgestiegen sind, können wir noch nicht einsteigen. Denn jetzt betritt erst einmal das Reinigungspersonal den Zug und macht ihn sauber. Dann werden automatisch die Sitze in Fahrtrichtung gedreht das Reinigungspersonal verläßt den Zug und wir können einsteigen.

08:15 Uhr Abfahrt Kansai

10:30 Uhr Ankunft am Flughafen

11:05 Uhr Nach dem verpacken und einchecken steigen wir ins Flugzeug.

12:00 Uhr Da es anscheinend Probleme mit einer Außentür gibt und zwei Mechaniker die Prüfen starten wir nicht wie geplant um 11:30 Uhr sondern erst jetzt zu unserem dreizehnstündigen Heimflug. Der Flug ist sehr ruhig und angenehm. Und das Besondere an diesem Flug, während der ganzen Zeit geht die Sonne nicht unter.

17:11 Uhr Mit vierzig Minuten Verspätung landen wir in Frankfurt. Hier auf dem Flughafen merkt man sofort den unterschied zu Japan. Die Leute hier sind nicht so freundlich und rücksichtsvoll (Hallo Deutschland). Nachdem wir durch den Zoll sind werden wir von Thomas abgeholt.

18:00 Uhr Wir fahren zuerst nach Miehlen und setzten Dag dort ab. Danach fahren wir weiter nach Dieblich.

20:00 Uhr Ankunft in Dieblich. Wir lassen Susi und Sven raus und fahren die letzten Meter nach Hause. Endlich angekommen, nicht wirklich jedenfalls. Denn für mich geht es geht es morgen zurück nach München.

Nun das war's dann wohl. Ich glaube jeder von uns war irgendwie Froh wieder Zuhause zu sein obwohl es uns allen in Japan sehr gefallen hat.

Ich möchte mich hier auch bei der ganzen Gruppe, insbesondere bei meinen Bruder Andreas, für die schöne Zeit in der wir zusammen waren bedanken.

Einen Dank geht auch an alle japanischen Gastfamilien die uns so freundlich und herzlich aufgenommen haben.

Ein ganz besonderer Dank geht an meine Frau und meinen Kindern, die es mir ermöglichten diese Reise zu unternehmen. Denn ohne ihr Verständnis wäre diese Reise für mich nicht möglich gewesen.

Und so möchte ich mich auch mit unserem Reisespruch, den wir hatten, verabschieden, denn "Mit RZ-Reisen hätten wir das nicht erlebt."

So, jetzt ist es 21:00 Uhr den 26.12.00 und mir ist es doch noch gelungen diesen Reisebericht bis Weihnachten fertig zu bekommen. Zwar erst Ende Weihnachten aber immerhin.

 

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